TA-SWISS in Bern mit neuer Leitung

Der Stiftungsratspräsident von TA-SWISS, Peter Bieri, teilte am 17. Mai 2017 per Pressemitteilung mit, dass Elisabeth Ehrensperger am 1. November 2017 die Leitung der Geschäftsstelle in Bern übernehmen wird. “Mit der promovierten Historikerin und Politologin Elisabeth Ehrensperger gewinnt die Stiftung TA-SWISS eine ausgewiesene und bestens vernetzte Persönlichkeit für die Weiterführung des im Forschungsgesetz verankerten Mandates der Stiftung. Als langjähriges engagiertes Mitglied des Leitungsausschusses von TA-SWISS ist sie mit der Tätigkeit von TA-SWISS bestens vertraut. Dr. rer. soc. Elisabeth Ehrensperger hat an der Universität Bern Geschichte, Politik- und Medienwissenschaften studiert und 2006 mit einer Dissertation zur Allgemeinen Menschenrechtserklärung den Doktortitel erlangt. Es folgten mehrere Jahre Tätigkeiten in der Forschung zur Funktion Nationaler Ethikkommissionen in europäischen Demokratien am Ethik-Zentrum der Universität Zürich sowie Lehraufträge an den Universitäten Zürich, Fribourg, Luzern und Bern zu Menschenrechten, Demokratietheorien und Diskursethik.” (Pressemitteilung TA-SWISS, 17.  Mai 2017) Weitere Informationen über die Einrichtung zur Technologiefolgenabschätzung über www.ta-swiss.ch.

Abb.: TA-SWISS ist in Bern angesiedelt

Zur digitalisierten Gesundheitsversorgung

Christiane Woopen hält am 1. Juni 2017 um 18.30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel “Zukunftsvisionen einer digitalisierten Gesundheitsversorgung”. Die Daimler und Benz Stiftung meldet hierzu: “Die massenhafte Erhebung sowie die digitale Verfügbarkeit personenbezogener Daten eröffnet der medizinischen Forschung völlig neue Horizonte. Durch die systematische Aufbereitung von Daten zu Gesundheit, individueller Disposition und Lebensstil könnte schon bald eine sogenannte Präzisionsmedizin entstehen. Medikamente und Therapien werden auf das persönliche Gewebe- und Stoffwechselprofil abgestimmt und mehr noch: Präventive Verhaltensempfehlungen für Sport, Ernährung und Medikation sollen helfen, das Entstehen von Krankheiten überhaupt zu verhindern. Jeder Bürger hätte seine Gesundheitsdaten auf dem Smartphone verfügbar und könnte sich ein effektives Paket aus Gesundheitsdienstleistungen zusammenstellen. Mit den faszinierenden Chancen einer individualisierten Gesundheitsversorgung gehen aber auch große ethische Herausforderungen einher.” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung, 18. Mai 2017) Diesen widmet sich die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Abb.: Digitalisierung bei Diabetes

VR und Lernen

Virtuelle Realität ist eine computergenerierte dreidimensionale Wirklichkeit. Sie wird über Großbildleinwände, in Spezialräumen oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen, mit oder ohne Ton. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität. Meist sind Formen der Interaktion vorgesehen, und sei es nur im Sinne der Bewegung durch die schöne neue Welt. Zur Interaktion mit Objekten werden neben der Video- oder VR-Brille bestimmte Eingabegeräte gebraucht. Virtual Reality, so der englische Name und die alternative Bezeichnung, eignet sich für Aus- und Weiterbildung, Informationsvermittlung und Unterhaltung. In der Zeitschrift “der freie beruf” vom Mai 2017 ist ein Artikel von Oliver Bendel erschienen. Darin wird auf Chancen und Risiken von VR im Lernbereich eingegangen. Der Beitrag endet mit den Worten: “Es spricht also nichts dagegen, auch einmal nach draußen zu gehen und den analogen Mond zu betrachten oder den Duft der Rosen und der Wälder einzuatmen. Aber wenn man ausgestorbene Lebewesen kraulen und durch den menschlichen Körper sausen und sich nicht allein auf Schriftsteller und Filmemacher bzw. die eigene Phantasie verlassen will – dann ist VR die erste Wahl.” Er kann über diese Website als PDF abgerufen werden.

Abb.: VR im Freien

Harper’s Magazine, 666 Broadway

Harper’s Magazine, ansässig in New York, 666 Broadway, hat Herman Melvilles “Moby Dick” ebenso besprochen wie die neuesten Entdeckungen von Thomas Edison. Auch den Frauenrechten hat man sich immer wieder gewidmet. Winston Churchill und Theodore Roosevelt schrieben Beiträge für die berühmte Zeitschrift. In einer Selbsteinschätzung auf der Website heißt es: “Harper’s Magazine, the oldest general-interest monthly in America, explores the issues that drive our national conversation, through long-form narrative journalism and essays, and such celebrated features as the iconic Harper’s Index. With its emphasis on fine writing and original thought Harper’s provides readers with a unique perspective on politics, society, the environment, and culture.” (Website Harper’s Magazine) In der neuen Ausgabe, erschienen Mitte Mai 2017, wird unter dem Titel “Machine Yearning” der Maschinenethik Platz eingeräumt. Zitiert werden Fragen von Oliver Bendel, die der Wirtschaftsinformatiker und Ethiker zu Sexrobotern gestellt hat und die im Buch “Love and Sex with Robots” (Springer, 2017) verschriftlicht sind. Der Beitrag kann online über harpers.org/archive/2017/06/machine-yearning/ abgerufen werden und ist auch als PDF verfügbar.

Abb.: Blick über Manhattan

Wenn Systeme über Leben entscheiden

Prof. Dr. Oliver Bendel referiert am 15. Mai 2017 an der Universität Zürich zum Thema “Wenn Systeme über Menschenleben entscheiden”. Systeme wie Autos müssen immer mehr Entscheidungen treffen. Diese können moralischer Art sein und den Tod von Menschen zur Folge haben. Um Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahrern zu vermeiden, kann das automatisierte Fahren räumlich beschränkt werden, etwa auf Autobahnen. Für die Maschinenethik bleibt dennoch genügend zu tun. So kann man Autos beibringen, für bestimmte Tiere zu bremsen. Soweit der Ankündigungstext von Oliver Bendel auf der Website der Volkshochschule, die den Vortrag organisiert hat. Die Volkshochschule Zürich (VHSZH) engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1920 für eine anspruchsvolle, interessenbasierte Weiterbildung. “Ihre Schwerpunkte sind humanistische Allgemeinbildung auf universitärem Niveau, Fremdsprachen, Gestaltung, Kommunikationstechnik sowie Bewegung. 
Die VHS legt Wert auf die Qualität ihrer Vorlesungen und Kurse. Sie nimmt auch Mandate im Weiterbildungsbereich wahr.” (Website VHSZH) Weitere Informationen über https://www.vhszh.ch.

Abb.: Flieger über der Universität Zürich

Es wird immer Hybride brauchen

“Während das Auto sicher ans Ziel fährt, drehen die Insassen in den Lounge-Chairs gemütlich die Sitze zu den Mitfahrern, unterhalten sich, schreiben E-Mails oder lesen ein Buch. Solche Versprechen mit Bildern erster Prototypen der Automobile der Zukunft werden derzeit von der Autoindustrie und Entwicklern wie Elon Musk verbreitet.” Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag auf “Die Debatte” vom 11. Mai 2017, verfasst von Nico Dannenberger. Zitiert wird u.a. Oliver Bendel: “Der Stadtverkehr ist für autonome PKW, die eine normale Geschwindigkeit haben, kaum zu bewältigen.” Und: “Es sollte gar keinen ausschließlich autonomen Verkehr geben. Er lässt sich kaum in die Praxis umsetzen. Es wird immer Hybride brauchen.” Auch Prof. Dr. Raul Rojas, Leiter des Dahlem Center for Intelligent Systems an der FU Berlin, kommt zu Wort, sowohl im Text als auch in einem Video. Der Beitrag zur technischen Dimension kann über www.die-debatte.org/autonomes-fahren-technische-dimension/ nachgelesen werden. In einem weiteren Beitrag zur rechtlichen Dimension werden u.a. Alexander Dobrindt und Philip Slusallek zitiert.

Abb.: Es gibt solche und solche Hybride

Über Wonder Woman und Fat Man

Was haben Wonder Woman und ein Lügendetektor gemeinsam? Warum schämen wir uns für andere Menschen? Kann die Sonne erlöschen? Wer war Mata Hari? Die Fragen bei “Beat the Prof” auf ZEIT ONLINE sind immer anregend, die Antworten oft verblüffend. Im Mai 2017 wurde ein neues Quiz freigeschaltet, und zwar zur Künstlichen Intelligenz. Die Fragen und Antworten erarbeitete der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der in Zürich lebt und in Basel, Olten und Windisch an der Hochschule für Wirtschaft FHNW arbeitet. Enthalten ist u.a. eine Frage zum Fetter-Mann-Problem. Der bedauernswerte Unbeteiligte werde von einer Brücke auf ein Gleis gestoßen. Aber warum? Antwort 1: “Er wird getötet, damit andere auf dem Gleis überleben.” Antwort 2: “Er wird heruntergeschubst, damit die Brücke nicht einstürzt.” Antwort 3: “Er wird getötet, damit das Fetter-Mann-Problem entsteht.” Das Quiz kann über www.zeit.de/campus/2017-05/beat-the-prof-ethik-kuenstliche-intelligenz aufgerufen werden.

Abb.: Wonder Woman beim Schminken

Küsse aus der Ferne

“Internet Of (Sex) Things” war der Titel eines Beitrags in der Sendung Zündfunk im Bayerischen Rundfunk vom 5. Mai 2017. Helene Reiner hatte im Vorfeld verschiedene Interviews geführt, etwa mit Dr. Beatrice Wagner, Sexualtherapeutin aus München-Bogenhausen, und Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es ging um Kissenger, den Aufsatz für das Smartphone für Küsse aus der Ferne, und um Harmony, die Liebespuppe der kalifornischen Firma RealDoll. Oliver Bendel ist der Meinung, dass Sexroboter und Liebespuppen eine Nische bleiben werden. Sie können für Abwechslung sorgen und eine Bereicherung sein. Allerdings können sie auch Daten saugen und so den Datenschutz und die informationelle Autonomie gefährden. Sie beobachten und belauschen ihren Benutzer und geben die Daten potenziell an Dritte weiter. Der Informations- und Maschinenethiker weist aber darauf hin, dass dieses Problem bei vielen mobilen Servicerobotern vorhanden ist und man generell darauf reagieren muss. Die Sendung wurde moderiert von Caro Matzko und Ralf Summer und kann über www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/langer-freitag-im-zuendfunk-mit-caro-matzko-und-ralf-summer-102.html nachgehört werden.

Abb.: Küsse aus der Ferne

Maschinen und Gesetz

Im Sommercasino Basel trafen beim Festival science+fiction vom 5. bis 7. Mai 2017 nationale und internationale Künstler und Wissenschaftler auf ein interessiertes Publikum. Am 6. Mai ging es um Roboterrecht und Maschinenethik. Beim Panel “Maschinen und das Gesetz” wurde gefragt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit eine Maschine zum rechtlichen Subjekt wird, ob es in naher Zukunft eines Maschinenrechts bedarf, oder ob sich Maschinen in unsere Rechtsprechung einfügen müssen, und welche Folgen sich ergeben, wenn in einer Mensch-Maschinen-Interaktion etwas schief geht (z.B. wenn eine Hightech-Prothese ihren Träger oder Personen aus der Umgebung verletzt). Es moderierte Christoph Keller von SRF 2 Kultur, es diskutierten Wolfram Burgard (Professor für Autonomous Intelligent Systems, Universität Freiburg), Nadine Zurkinden (Postdoc für Strafrecht, Universität Basel) und Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik und Informationsethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW). Am Abend sprach Gabriele Röger (Informatikerin, Universität Basel) über “Die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt”, und Oliver Bendel stellte seinen LÜGENBOT vor, ein Beispiel für eine Münchhausen-Maschine; am Tag zuvor hatte die TagesWoche über das Projekt berichtet. Weitere Informationen über scienceandfiction.ch.

Abb.: Eingang des Sommercasinos Basel

Wann werden die Roboter übernehmen?

“Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist das führende Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben. Das Magazin hat eine beglaubigte Auflage von knapp 102.000 Exemplaren und erscheint zehn Mal im Jahr. 2014 wurde Fritz+Fränzi zum besten Fachmagazin des Jahres gewählt.” Mit diesen Worten stellt sich das Magazin auf seiner Website vor. In der Mai-Ausgabe des Jahres 2017  finden sich Beiträge zu Robotern im Arbeitsleben (“Wann übernehmen die Roboter?”) mit Aussagen des Informations- und Maschinenethikers Oliver Bendel sowie ein zweiseitiges Interview mit ihm (“Langfristige Verträge und feste Arbeitsplätze werden verschwinden”). Oliver Bendel ist der Meinung, dass im Zuge der Automatisierung und Robotisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit stark abnehmen wird. Es kommt darauf an, die Gewinne, die nach wie vor erzielt werden, gerecht zu verteilen, und ein neues Verhältnis zur Arbeit zu entwickeln. Man muss nicht die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, mit der man in keiner Beziehung ist, zugunsten eines Produkts oder einer Dienstleistung, zu der man kein Verhältnis hat. Es genügt, die Hälfte der Zeit zu arbeiten, wenn man eine Grundsicherung ohne Bedingung erhält. Wichtig ist es, sich in Aus- und Weiterbildung breit aufzustellen. Das Interview kann auf den Seiten 18 bis 20 nachgelesen werden.

Abb.: Im Schwimmbad haben die Roboter bereits übernommen

Lass uns spielen!

Gamification ist, so Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler, die Übertragung von spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge. Alternative Begriffe im deutschsprachigen Raum seien “Gamifizierung” und “Spielifizierung”, Ziele Motivationssteigerung und Verhaltensänderung bei Anwenderinnen und Anwendern. Zu den spieltypischen Elementen gehörten Beschreibungen (Ziele, Beteiligte, Regeln, Möglichkeiten), Punkte, Preise und Vergleiche. Zu den spieltypischen Vorgängen zählten die Bewältigung von Aufgaben durch individuelle oder kollaborative Leistungen. Die Luzerner Zeitung hat ein Interview mit Oliver Bendel zu Gamification geführt. Aussagen von ihm sind in dem Artikel “Lass uns spielen!” enthalten, der am 2. Mai 2017 erschienen ist und mit freundlicher Genehmigung der Zeitung hier heruntergeladen werden kann. Im Teaser schreibt Andreas Lorenz-Meyer: “Unternehmen arbeiten mit Gamification-Elementen. Solche spielerischen Instrumente sollen die Kunden motivieren und binden. Probleme mit dem Datenschutz kann es aber auch geben. Zum Beispiel im Gesundheitsbereich, wo es um sensible Daten geht.” (Luzerner Zeitung, 2. Mai 2017) In diesem Zusammenhang wird auch die informationelle Autonomie berührt, mit der sich die Informationsethik befasst.

Abb.: Manche Menschen spielen gerne

Über Sicherheits- und Überwachungsroboter

Sicherheits- und Überwachungsroboter verbreiten sich auf den Firmengeländen und in den Shopping Malls, als rollende und fliegende Maschinen. Sie sollen für die Sicherheit der Unternehmen und Kunden sorgen. Dabei entsteht allerdings auch Unsicherheit. Man kann mit ihnen zusammenstoßen, sie können einen überwachen und aushorchen. Technology Review war im Gespräch mit Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es ging unter anderem um den K5 im Silicon Valley, den der Informations- und Maschinenethiker im vergangenen Jahr vor Ort inspiziert hat. Der Roboter von Knightscope ist im Shopping Center in Stanford im Einsatz. Er streift die ganze Zeit durch die Gegend und meldet Auffälliges und Verdächtiges an eine Zentrale. Diese bewertet die Situation und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen. Der kegelförmige Mitarbeiter ist über 100 Kilo schwer und 1,20 Meter hoch. Der Artikel “Wer hat Angst vor Robocobs” mit Aussagen von Oliver Bendel ist in der Ausgabe 5/2017 auf den Seiten 32 bis 34 erschienen.

Abb.: Der K5 im Shopping Center in Stanford

Initiative zu Robotik und Digitalisierung

Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie von Österreich startet eine Initiative zu Robotik und Digitalisierung. Zur grundsätzlichen Förderung heißt es in einer Information von 2016: “Das Infrastrukturministerium (bmvit) investiert jährlich rund 500 Millionen Euro in die Förderung der angewandten Forschung in Österreich. 185 Millionen Euro stehen für F&E im Bereich von Industrie 4.0 zur Verfügung. Davon fließen rund 100 Millionen Euro in die Material- und Produktionsforschung in der Sachgüterindustrie.” (Information bmvit) Die Schwerpunkte liegen dabei auf Entwicklungen in der Robotik, von intelligenten Materialien und Rohstoffen sowie von innovativen Sensorik-Systemen. “Weitere 85 Millionen Euro werden für Innovationen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) aufgewendet.” Der Fokus ist gerichtet “auf Weiterentwicklungen intelligenter Systeme für automatisiertes Fahren, Machine Learning, Sicherheit und Interoperabilität …” (Information bmvit). Zur Vorbereitung der genannten neuen Initiative werden am 23. und 24. Mai 2017 in Wien “High Level Sounding Boards” durchgeführt. In kleiner Runde werden – so ein Schreiben aus dem Ministerium – inhaltliche Abgrenzungen, spezifische Herausforderungen und notwendige Politikmaßnahmen zu Robotik und Digitalisierung diskutiert. Eingeladen sind auch Experten aus dem Ausland, etwa Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW.

Abb.: Auch um automatisiertes Fahren könnte es in der Initiative gehen

Bots, Hate, Fake

Vom 2. bis 4. Mai 2017 finden die “Medientage Mitteldeutschland” statt. “Bots, Hate, Fake: Werte und Grenzen in der Kommunikation” lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am 3. Mai. Es moderiert Vera Linß, auf dem Podium sitzt Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), live zugeschaltet ist Oliver Bendel (Fachhochschule Nordwestschweiz). Über Social Bots und Fake News soll der Wahlkampf in verschiedenen Ländern, so die Website, “vorsätzlich in eine bestimmte Richtung gelenkt worden sein” (Website Medientage Mitteldeutschland). “Und auch in Deutschland gibt es Sorge, dass der Wahlkampf so beeinflusst werden könnte. Die Landesregierungen von Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt werben für einen Gesetzentwurf, der ‘manipulativer Kommunikation im Internet’ auf strafrechtlicher Ebene begegnen soll. Kritiker des Entwurfs bemängeln, dass eine deutsche Gesetzesinitiative zwar hierzulande greifen könnte, bei Aktivitäten aus dem Ausland allerdings keine Handhabe biete.“ (Website Medientage Mitteldeutschland) Ein Ansatz der Grünen fordere, so die Website, kein Verbot von Bots, sondern eine Anzeigepflicht bei deren Verwendung. Auch Oliver Bendel kann sich eine Anzeigepflicht vorstellen. Zudem schlägt er vor, dass Social Bots und Chatbots ihre Ziele, Methoden und Quellen benennen müssen. Weitere Informationen über www.medientage-mitteldeutschland.de.

Abb.: Ist die Nachahmung einer Vogelscheuche eine Fake?

Zum Abschluss von connectUS

Zum Abschluss von connectUS (Motto: “Innovation is the new black!”) standen noch weitere interessante Besuche auf dem Programm. Die Delegation lernte nach dem Treffen mit dem Generalkonsul ein Unternehmen in Brooklyn kennen, das Urban Gardening betreibt. In luftiger Höhe werden Salat und Gemüse angebaut und flattern Schmetterlinge herum. Motorisierte Maschinen werden auf dem Acker nicht eingesetzt. Am letzten Tag erklärte einer der Gründer von Livestream in Brooklyn das Konzept des Unternehmens. In Manhattan wurde man an die historischen Schauplätze rund um die Wall Street geführt. Nach zweieinhalb Wochen stand fest: Bei kaum einem anderen Format lernt man mehr über die Geschäftswelt und die Welt überhaupt. Man kann sich Fragen der Betriebswirtschaftslehre und der Wirtschaftsinformatik ebenso stellen wie der Wirtschafts- und Informationsethik. Die FHNW widmet sich damit nicht nur der Ausbildung, sondern auch der Bildung. Der Erfolg des Projekts ist Studierenden wie Julia Bachmann, Simon Marti, Noël Meschi und Raphael Civatti (Projektteam) und Fabienne Galli und Julien Weil (PR und Kommunikation) sowie jedem einzelnen Teilnehmer zu verdanken. Vom John F. Kennedy International Airport aus ging es zurück nach Zürich. Weitere Informationen zu connectUS über connectus.ch.

Abb.: Bei Brooklyn Grange

Love and Sex with Robots

Die Konferenz im Dezember 2016 an der University of London (Goldsmiths) mit dem Titel “Love and Sex with Robots” hat ein enormes internationales Echo ausgelöst. Insbesondere in den englischen und amerikanischen Boulevardmedien wurden Aussagen der Referenten verdreht und verfälscht. Was sie wirklich gesagt und gemeint haben, lässt sich nun schwarz auf weiß nachlesen. Ende April 2017 ist das Buch “Love and Sex with Robots” bei Springer herausgekommen, in der Reihe “Lecture Notes in Artificial Intelligence”. Aus dem Klappentext: “This book constitutes the refereed proceedings of the Second International Conference on Love and Sex with Robots 2016 in December 2016, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 1 keynote were carefully reviewed and selected from a total of 38 submissions. … The topics of the conferences were as follows: robot emotions, humanoid robots, clone robots, entertainment robots, robot personalities, teledildonics, intelligent electronic sex hardware, gender approaches, affective approaches, psychological approaches, sociological approaches, roboethics, and philosophical approaches.” (Klappentext) Beiträge stammen u.a. von David Levy, Emma Yann Zhang und Oliver Bendel. Das Buch kann hier bestellt werden.

Abb.: Cover des Springer-Buchs

On the Top of the Rock

Am 18. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS Google in New York. Einen ganzen Tag nahm man sich Zeit für einen Sprint for Innovation. Die Studierenden und Dozierenden konzipierten eine App, die dem Benutzer bei der Bewältigung seiner privaten und dienstlichen Aufgaben helfen soll. Der Nachteil ist freilich, dass ein solches Programm für das Smartphone ein Datensauger sein kann. Ein großer Teil der angebotenen Apps dürfte einen anderen Zweck haben als den in der Beschreibung angegebenen. Das Unternehmen, das von unseren Daten lebt und uns auf den Straßen ohne unser Einverständnis aufnimmt, ist übrigens sowohl in Zürich als auch in den USA sehr darauf bedacht, dass in den eigenen Räumlichkeiten durch uns keine Daten generiert werden. Fotografieren ist nur im Eingangsbereich erlaubt, man muss festen Pfaden folgen, und Kontakt mit anderen Mitarbeitern ist nach Einschätzung von Oliver Bendel nicht erwünscht. Am Abend ging es dann hoch hinaus, auf das Rockefeller Center, das Top of the Rock. Die spektakulären Wolkenkratzer aus den 20er-, 30er- und 40er-Jahren, das Chrysler Building, das Waldorf-Astoria Hotel, das Empire State Building und das Rockefeller Center, sind die architektonischen Highlights der Stadt. In den darauffolgenden Tagen besuchte man noch das MoMA und das Schweizerische Generalkonsulat in New York, wo die Delegation vom Generalkonsul André Schaller persönlich begrüßt und eingeführt wurde.

Abb.: Blick vom Top of the Rock

Künstliche Intelligenz bei der Deutschen Telekom

“We love AI” nennt sich ein neues Angebot der Deutschen Telekom im World Wide Web, das sich ganz der Künstlichen Intelligenz widmet. Jan Hofmann begrüßt die Besucher: “Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz nicht nur den Kundenservice verändern wird, sondern unsere gesamte Industrie – jede Industrie, unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben.” (Website We love AI) Eines der ersten Interviews wurde mit dem Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Er untersucht die Möglichkeit maschineller Moral und baut einfache moralische Maschinen als Artefakte, die er dann wiederum untersucht. Zu seinem neuesten Projekt innerhalb der Maschinenethik, das einen tierfreundlichen Saugroboter namens LADYBIRD zum Ziel hat, sagt er: “Mir geht es um das Prinzip. Mir geht es darum, zu zeigen, dass solche tierfreundlichen Maschinen möglich sind. Dass man zum Beispiel Entscheidungsbäume benutzen kann, um solche Maschinen zu bauen. In diese Entscheidungsbäume kann man moralische Begründungen einbeziehen. Das mit Ladybird ist ein sehr anschauliches Beispiel. Wir bauen eine Maschine, die bestimmte Farbsensoren hat, die über Muster- und Bilderkennung verfügt und tatsächlich den Marienkäfer erkennt und verschont. Ich will das Prinzip verdeutlichen: Es ist möglich, eine Maschine zu bauen, die bestimmten ethischen Modellen und moralischen Regeln folgt.” Das ganze Interview kann über www.we-love.ai/de/blog/post/Interview-OliverBendel.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Telekom liebt KI

We are not alone

Die Delegation von connectUS wurde am 14. April 2017 durch das MIT Media Lab geführt. Man erfuhr, wie mit Hilfe von Simulationen Städte geplant werden, und bestaunte autonome Fahrräder (ausgeführt als Dreiräder), die eines Tages, so der Wunsch der Entwickler, auf Befehl zu den Benutzern kommen sollen, wo immer diese sich aufhalten. Zusätzlich zu den herren- und damenlosen Velos an Häusern und Plätzen gibt es also zukünftig Geisterfahrräder in den Straßen, was den einen oder anderen aus Sicherheitsgründen beunruhigen mag. Am Abend ging es zum Cambridge Science Festival. “The Cambridge Science Festival and its year-round initiative Science on the Street aims to make science, technology, engineering, art, and mathematics accessible to all and – most importantly – fun!” (Website Festival) Die Frage des Abends im Sanders-Theater lautete: “Are we alone?”, der Auftrag: “exploring the possibility of other intelligent life in the universe”. Ehrengast war Frank Drake, Emeritus Professor of Astronomy and Astrophysics, University of California at Santa Cruz, Mitglied des Board of Trustees des SETI Institute. Es diskutierten Sara Seager, Dimitar Sasselov, Jack Szostak, Lori Marino, Seth Shostak und Martine Rothblatt. Am Ende war das Publikum, das anfangs die Frage bei einer Abstimmung sehr unterschiedlich beantwortet hatte, einer Meinung: Wir sind nicht allein. Das wusste freilich schon Demokrit, aber zu der Brillanz des Vorsokratikers gesellte sich die Intelligenz moderner Denkerinnen und Denker.

Abb.: We are not alone

Robotik und Design

“Android oder Maschine?” Das fragt die Mai-Ausgabe der Zeitschrift designreport (seit 13. April 2017 erhältlich). In der Ankündigung wird deutlich, worum es geht: “Kaum ein Technologiebereich entwickelt sich derzeit so dynamisch wie die Robotik. Unterstützt von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz steigern sich die Autonomie und damit auch die Anwendungsszenarien automatischer Systeme. Längst geht es nicht mehr nur um Industrieroboter, sondern um persönliche Alltagsassistenten, um Roboter für Medizin, Logistik, Sicherheit oder Mobilität. Die Artenvielfalt der Automaten wächst dynamisch – und damit eine ganz neue Aufgabe für das Design. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob und wie humanoid die neuen Roboter sein dürfen. Es geht vielmehr um die Gestaltung eines neuen technologischen Abschnittes und um die Art, wie wir künftig leben sowie arbeiten wollen. Das Design hat wesentlichen Einfluss auf die Nutzungsszenarien, aber auch auf die Akzeptanz der Maschinen.” (Website designreport) Die Redakteure stellen die neuesten Entwicklungen vor und berichten über einen Besuch der Ausstellung “Hello Robot” in Weil am Rhein. Enthalten sind auch Interviews, mit einem KUKA-Entwickler zu Industrierobotern und mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zur Maschinenethik. Weitere Informationen über www.designreport.de.

Abb.: Auch Mähroboter brauchen ein gutes Design