Akzeptanz technischer Assistenzsysteme

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Beim 23. Berliner Kolloquium hielt Prof. Dr. Gundula Hübner von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen Vortrag mit dem Titel „Akzeptanz technischer Assistenzsysteme – eine Schnittstelle für alle“. „Technische Systeme werden vom Menschen leichter angenommen, wenn sie unauffällig sind und kaum erkennbare Veränderungen in alltäglichen Lebensabläufen erfordern. Ein erfolgreiches Beispiel dafür sind bekannte Notfallsysteme wie Sturzmatten. Internetbasierte Angebote, etwa Smart-Home-Anwendungen oder Kommunikationsplattformen, bringen komplexere Bedienungsansprüche mit sich – insbesondere, wenn keine Erfahrungen mit digitalen Medien vorliegen. Eine analoge Gestaltung der Bedienoberflächen kann deren Akzeptanz erhöhen und Betroffenen damit die soziale Teilhabe sowie den Austausch pflegerischer und medizinischer Informationen erleichtern. Die Potenziale dieser relativ leicht zu integrierenden digitalen Assistenzsysteme werden in laufenden Feldstudien getestet, erfahren in der öffentlichen Debatte zur Pflegeversorgung allerdings weniger Aufmerksamkeit als die Entwicklung von Robotern. Insbesondere humanoide Roboter sind faszinierend und scheinen vielversprechend, um die anstehenden Probleme in der Pflege zu lösen. Sicherlich können sie Pflegekräfte bei schweren körperlichen Arbeiten im stationären Bereich unterstützen. Eine offene Frage ist jedoch, inwieweit sie soziale Teilhabe oder emotionales Wohlbefinden fördern. Robotische Assistenzsysteme dürften auch gesellschaftlich eher dann akzeptiert werden, wenn diese nicht zum Synonym für einen weitgehenden Verzicht auf Pflegepersonal werden.“ (Abstract) Mehrere Medien berichteten über das Berliner Kolloquium, das am 22. Mai 2019 stattfand, beispielsweise Neues Deutschland und die Welt.

Abb.: Prof. Dr. Hübner bei ihrem Vortrag (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Digitale Transformation in der Pflege

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Dr. Andreas Keibel von KUKA hielt am 22. Mai 2019 beim 23. Berliner Kolloquium einen Vortrag mit dem Titel „Digitale Transformation in der Pflege“. „Die umfassende Versorgung pflegebedürftiger Menschen erfordert einen hohen Arbeitsaufwand, der aufgrund demografischer Entwicklungen künftig nur schwer zu bewältigen sein wird. Während die Patientenzahlen sowie gleichzeitig das Alter von Patienten, aber auch das von Pflegekräften ansteigen, nimmt die Zahl des verfügbaren Pflegepersonals sowie pflegender Familienangehöriger ab. Darüber hinaus stehen Pflege- und Krankenversicherungen aufgrund einer sinkenden Menge an Beitragszahlern unter hohem Kostendruck. Am Beispiel des Bereichs Medical Robotics von KUKA – einem Hersteller hochautomatisierter Produktionsanlagen und Industrieroboter – wird gezeigt, welchen Beitrag die Industrie vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen leisten kann. Ziel ist es, die ambulante und stationäre Pflege mobiler Patienten sowie die stationäre Pflege bettgebundener Patienten zu erleichtern. Dies wird durch eine Vielzahl an Systemen und Robotern ermöglicht, die pflegende Personen unterstützen können. Dazu zählen Logistikroboter, Reinigungsroboter, Roboter zur Unterstützung von Therapie und Diagnose sowie intelligente Pflegehilfsmittel. Wenn Versorgung und Körperpflege automatisiert werden, können Pflegekräfte von diesen Tätigkeiten entlastet werden und haben mehr Zeit für das Gespräch mit den einzelnen Menschen. Faktisch bleiben derzeit jedoch zahlreiche Entwicklungen in einem prototypischen bzw. Demonstrationsstadium stecken.“ (Abstract) Mehrere Medien berichteten über das Berliner Kolloquium, beispielsweise Neues Deutschland und die Welt.

Abb.: Dr. Keibel bei seinem Vortrag (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Er lehrt Roboter Moral

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„Bei einer ersten Begegnung vor fünf Jahren wirkte Oliver Bendel ziemlich abgefahren. Damals skizzierte er eine Zukunft, in der Technologien auf der Kontaktlinse oder unter der Haut stecken und Kriminelle eben jemandem eine Hand abhacken, um sich mit dem implantierten Chip Zugang zu einem Gebäude zu verschaffen. Er erzählte von einer Welt voller virtuellen Assistenten und Roboter, von seinem Staubsauger mit Moral, den er bauen wollte. Es klang nach Science-Fiction.“ (NZZ, 14. Juni 2019) Im Frühjahr 2019 hat Melanie Keim den Informations- und Maschinenethiker nochmals getroffen, im Lichthof der Universität Zürich. Sie findet ihn immer noch abgefahren. Aber sie hält in ihrem Artikel „Er lehrt Roboter Moral“ für die NZZ fest, dass seine Themen – zu denen er seit zwanzig Jahren forscht – im Mainstream angekommen sind. Inzwischen wurde LADYBIRD, der tierfreundliche Saugroboter, als Prototyp gebaut, und der LIEBOT, der systematisch lügen konnte, ist Geschichte. Dieser erklärte im Sommer 2016, dass Donald Trump der Präsident der USA sei. Warum er dies tat, wird in mehreren Papers und auf mehreren Slides erklärt, die u.a. über www.oliverbendel.net und www.maschinenethik.net heruntergeladen werden können. Nur soviel sei verraten: Es wird sozusagen Pingpong mit Yahoo gespielt. Von dem Artikel, der am 22. Juni 2019 erschien, gibt es auch eine etwas reißerisch betitelte Onlineversion.

Abb.: Auch Mähroboter kann man moralisieren

Rückblick auf den Digitalisierungskongress

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Am 21. und 22. Mai 2019 fand in Berlin der Digitalisierungskongress „Künstliche Intelligenz – Wer steuert wen?“ statt. Getragen wurde er von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) in Kooperation mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und mit Unterstützung des vom BMBF geförderten Projekts TransWork. Auf der Website von ver.di sind nun zahlreiche Fotos und Dokumente zu finden, die den Kongress dokumentieren, auch die Podiumsdiskussion mit Rena Tangens, Digitalcourage e.V., Prof. Dr. Svenja Falk, Managing Director, Accenture Research, Norman Nieß, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied im Konzernbetriebsausschuss, Callcenter-Branche, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Maschinenethiker und Wirtschaftsinformatiker, Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hatte davor einen Kurzvortrag zu „Grundfragen der Ethik beim Einsatz von KI“ gehalten, dessen Folien ebenfalls auf der Website zu finden sind. Weitere Informationen und Programm über www.verdi.de/themen/digitalisierungskongresse/kongress-2019.

Abb.: Oliver Bendel bei der Podiumsdiskussion (Foto: ver.di)

Oxford-Institut für Ethik und KI

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„Die britische Elite-Universität Oxford hat eine Spende in Höhe von 150 Millionen Pfund (rund 168 Millionen Euro) von US-Milliardär Stephen A. Schwarzman erhalten. Mit der höchsten Einzelspende in der Geschichte der Hochschule soll das ‚Stephen A. Schwarzman Centre‚ für Geisteswissenschaften entstehen.“ (SPON, 19. Juni 2019) Dies meldete der Spiegel am 19. Juni 2019. Weiter heißt es: „In dem Gebäude sollen unter anderem die Fakultäten für … Geschichts- und Sprachwissenschaften, Philosophie, Musik und Theologie zusammengelegt werden. Rund ein Viertel aller Oxford-Studenten sind in diesen Fächern eingeschrieben. Zusätzlich soll dort ein neues Institut für Ethik im Umgang mit Künstlicher Intelligenz entstehen, wie die Universität mitteilte.“ (SPON, 19. Juni 2019) Der Schwerpunkt scheint auf Informations- und Roboterethik zu liegen. Schwarzman selbst sagte laut Spiegel, Universitäten müssten dabei helfen, ethische Grundsätze für den schnellen technologischen Wandel zu entwickeln. Über die Herkunft der Mittel wird debattiert. Weitere Informationen über www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/oxford-elite-uni-erhaelt-150-millionen-pfund-spende-a-1273161.html.

Abb.: An der University of Oxford

Mit Astronauten und Ethikern im Gespräch

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Der Next-Frontiers-Kongress in Stuttgart bringt „Wissenschaftler und Experten aus der Wirtschaft mit Science-Fiction-Autoren ins Gespräch“. „Wenn nicht nur die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen aufeinandertreffen, sondern die Ideen von Autoren das Denken in ganz neue Richtungen lenken, es mitunter gar auf den Kopf stellen, können gemeinsame Visionen entstehen. Dafür gibt der Kongress Impulse für eine Ideenentwicklung jenseits eingeschliffener Denkmuster. Im Mittelpunkt steht das große realitätsverändernde Potential von Literatur, Film und anderen Künsten – die Transferleistung zwischen fiktionalen Welten und realen Entwicklungslabors, die in der Technikgeschichte oft genutzt wird.“ (Website Next Frontiers) Den Eröffnungsvortrag am 27. Juni 2019 hält der Informations- und Maschinenethiker Prof. Dr. Oliver Bendel zur Frage, ob maschinelle Moral in Zukunft die bessere Moral ist. Den Vortrag im Anschluss bestreitet der Schriftsteller Andreas Brandhorst. Zusammen diskutieren sie auf dem Podium mit dem Journalisten Constantin Schnell und dem Publikum. Referenten an den darauffolgenden Tagen sind u.a. der Technikphilosoph Prof. Dr. Armin Grunwald und der Physiker und Astronaut Prof. Dr. Reinhold Ewald. Weitere Informationen über www.next-frontiers.de.

Abb.: Auch Reinhold Ewald ist mit dabei

A Solution to the Nursing Crisis?

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„In Germany, around four million people will be dependent on care and nursing in 2030. Already today there is talk of a nursing crisis, which is likely to intensify further in view of demographic developments in the coming years. Fewer and fewer young people will be available to the labour market as potential carers for the elderly. Experts estimate that there will be a shortage of around half a million nursing staff in Germany by 2030. Given these dramatic forecasts, are nursing robots possibly the solution to the problem? Scientists from the disciplines of computer science, robotics, medicine, nursing science, social psychology, and philosophy explored this question at a Berlin conference of the Daimler and Benz Foundation. The machine ethicist and conference leader Professor Oliver Bendel first of all stated that many people had completely wrong ideas about care robots: ‚In the media there are often pictures or illustrations that do not correspond to reality‘.“ (Die Welt, 14 June 2019) With these words an article in the German newspaper Die Welt begins. Norbert Lossau describes the Berlin Colloquium, which took place on 22 May 2019, in detail. The article is available in English and German. So are robots a solution to the nursing crisis? Oliver Bendel denies this. They can be useful for the caregiver and the patient. But they don’t solve the big problems.

Fig.: The Pepper robot at the Berlin Colloquium (Photo: Daimler and Benz Foundation)

Buch zur Informationsethik in zweiter Auflage

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Im Sommer 2019 erscheint die zweite Auflage des Lexikons zur Informationsethik von Oliver Bendel im Springer-Verlag. Auf die „300 Keywords Informationsethik“ von 2016 folgen die „400 Keywords Informationsethik“. In beiden Fällen lautet der Untertitel „Grundwissen aus Computer-, Netz- und Neue-Medien-Ethik sowie Maschinenethik“. Sowohl die Bereiche der Informations-, Roboter- und Maschinenethik als auch die der Künstlichen Intelligenz und der Robotik wurden ausgebaut. Es finden sich nun Begriffe wie „Einhorn“, „Brain-Computer Interface“, „Digitaler Zwilling“ und „Gesichtserkennung“ darin. 2014 und 2015 war das Projekt noch mit dem Wunsch gestartet, die Informationsethik weiterleben zu lassen und die Maschinenethik einem breiteren Publikum nahezubringen. Das Buch erschien 2016 und wurde seitdem etwa 40.000 Mal heruntergeladen. In der Zwischenzeit explodierten die Themenbereiche förmlich. Eine zweite Auflage war dringend notwendig. Auf über 300 Seiten kann man sich nun einen Überblick über vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen verschaffen und sich Definitionen bekannter und weniger bekannter Phänomene aneignen. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658266639.

Abb.: Das Cover des Buchs zur Informationsethik

Das MOME-Projekt startet

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An der Hochschule für Wirtschaft FHNW entsteht zwischen Juni 2019 und Januar 2020 das siebte Artefakt der Maschinenethik. Ideen- und Auftraggeber ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Die Maschinenethik bringt moralische und unmoralische Maschinen hervor, derzeit als Konzepte, Simulationen oder Prototypen. Die maschinelle Moral ist überwiegend fest verankert, über Prinzipien bzw. Metaregeln sowie Regeln. Die Maschinen sind damit zu bestimmten Aktionen in der Lage, zu anderen nicht. Ein Ansatz, der eine gewisse Flexibilität verheißt, ist das Moralmenü (kurz MOME). Über dieses überträgt der Besitzer oder Benutzer seine eigene Moral, seine Vorstellungen und Überzeugungen zu Gut und Böse, seine Wertmaßstäbe, seine Verhaltensregeln auf die Maschine. Diese agiert und reagiert so, wie er dies auch tun würde, und zwar im Detail. Er trifft womöglich auf bestimmte Voreinstellungen, hat aber eine gewisse Freiheit, diese zu verändern oder neue Standardeinstellungen festzulegen. Im Projekt wird ein MOME prototypisch implementiert, das auf ein bereits bestehendes oder ein im Projekt entwickeltes System zugreift.

Abb.: Ein MOME für LADYBIRD

Zur Zukunft des autonomen Fahrens

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„Unter der Fahrzeughaube menschelt es nur marginal“ – so ein Titel in der Frankfurter Allgemeinen vom 5. Juni 2019. Der Untertitel lautet: „Öffentliche Veranstaltung zum autonomen Fahren: Warum die Visionen von Straßen voller selbständig fahrender Autos in Frage gestellt werden“. Bei der Veranstaltung „KI & Autonomes Fahren“ am 13. Mai 2019 im Max-Planck-Institut für intelligente Systeme, um die es in dem Artikel geht, war der Hörsaal mit seinen 400 Plätzen gut gefüllt. Vier Experten für Künstliche Intelligenz, Robotik, Neurowissenschaft bzw. Moralphilosophie referierten und diskutierten. Die Reihe „Gehirn der Zukunft“, die den Rahmen bildete, wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung getragen. Zunächst sprachen Dr. Emanuela Bernsmann von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und Dr. Katherine J. Kuchenbecker vom Max-Planck-Institut für intelligente Systeme ein Grußwort. Dann trugen Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Dr. Corinna Bernarding (Universität des Saarlandes), Prof. Dr. Andreas Geiger (Max-Planck-Institut für intelligente Systeme) und Dr. Sebastian Söhner (Porsche AG) vor. Oliver Bendel sieht autonomes Fahren vor allem auf Autobahnen, zumindest im Falle von PKW (bei Bussen und Shuttles kann man Tricks anwenden, die das weitgehend unfallfreie Fahren im Stadtverkehr erlauben). Er hält es für möglich, dass es im von manchen Seiten propagierten Maße gar nicht kommt, dass es sich um eine Blase handelt, die irgendwann platzt – in diesem Sinne wird der Informations- und Maschinenethiker auch von der FAZ wiedergegeben. Übrig bleiben vielleicht am Ende weiterentwickelte oder neuartige Fahrerassistenzsysteme. Und das ist immerhin etwas.

Abb.: Im Inneren eines SmartShuttle der Schweizerischen Post

Ein Mähroboter, der Igel glücklich macht

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An der Hochschule für Wirtschaft FHNW entsteht zwischen Juni 2019 und Januar 2020 das sechste Artefakt der Maschinenethik. Ideengeber und Auftraggeber ist Prof. Dr. Oliver Bendel. In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (in der Regel höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere interagieren und kommunizieren und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Die Maschinenethik bezieht sich bisher vor allem auf Menschen, kann aber auch bei Tieren dienlich sein. Sie versucht moralische Maschinen zu konzipieren und mit Hilfe weiterer Disziplinen wie Informatik und KI bzw. Robotik zu implementieren. Ziel des Projekts ist die detaillierte Beschreibung und prototypische Umsetzung eines tierfreundlichen Serviceroboters, genauer gesagt eines Mähroboters, genannt HAPPY HEDGEHOG (HHH). Dieser soll mit Hilfe von Sensoren und moralischen Regeln vor allem Igel (auch und insbesondere Jungtiere) erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten (Unterbruch der Arbeit, Vertreiben des Igels, Information des Besitzers). Das Projekt hat Ähnlichkeiten mit einem anderen Projekt, das früher durchgeführt wurde, nämlich LADYBIRD. Dieses Mal soll aber mehr auf vorhandene Geräte, Plattformen und Software gesetzt werden. Als erstes Artefakt entstand an der Hochschule der GOODBOT – im Jahre 2013.

Abb.: Ein gewöhnlicher Mähroboter

Damit Menschen nicht zu Nummern werden

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„San Francisco, am nördlichen Ende des Silicon Valley, ist das technologische Herz Amerikas. Apple, Google und Facebook haben ihre Büros nur wenige Kilometer entfernt von der Metropole. Hier wird entwickelt, was die Welt verändert. Hier wird die Zukunft zur Gegenwart. Und hier wurde soeben ein Gesetz beschlossen, das genauso prägend sein könnte wie all die technologischen Errungenschaften der letzten Dekade: San Francisco verbietet Technologie zur Gesichtserkennung für Polizei und Behörden. Überwachungskameras sind zwar erlaubt, aber Software, die Gesichter erkennt und mit Datenbanken abgleicht, ist nicht zugelassen.“ (SaW, 25. Mai 2019) So beginnt ein Artikel von Raffael Schuppisser mit dem Titel „Damit Menschen nicht zu Nummern werden“, der am 25. Mai 2019 in der Schweiz am Wochenende erschienen ist. Zu Wort kommt Oliver Bendel, der die Chancen und Risiken der Gesichtserkennung erforscht und vor Anwendungen im privaten und öffentlichen Raum warnt. Das Verbot in San Francisco, von dem „der Flughafen und der Hafen“ (SaW, 25. Mai 2019) ausgenommen sind, begrüßt er ausdrücklich. Der Artikel kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Damit Menschen nicht zu Nummern werden

Developing Ethics for Eldercare Robots

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Prof. Dr. Susan L. Anderson, one of the most famous machine ethicists in the world, attended the 23rd Berlin Colloquium. She summarized her talk („Developing Ethics for Eldercare Robots“) in the brochure of the event with regard to the technology of care robots as follows: „Ideally, we would like eldercare robots to be able make correct ethical decisions on their own. This poses many challenges for machine ethicists. There are those who claim that ethics cannot be computed, that ethics is subjective, and/or that it makes no sense to speak of a robot as being an ethical agent. I argue to the contrary, maintaining that it is possible to represent numerically the ethical dilemmas with which an eldercare robot might be presented; and the robot could be given an ethical principle, derived from cases where ethicists agree as to the correct answer, to compute which of the possible actions it could perform at a given moment in time is the best one. It can also explain why it did what it did, if challenged. The robot will not be a full ethical agent, lacking some qualities of human agents; but it is all we need, and even desire.“ Susan L. Anderson had been invited by Prof. Dr. Oliver Bendel, who is himself a machine ethicist.

Fig.: Susan L. Anderson together with Michael Anderson (Photo: Daimler and Benz Foundation)

An Ethical Care Robot

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Prof. Dr. Michael Anderson, one of the most famous machine ethicists in the world, attended the 23rd Berlin Colloquium. He summarized his presentation („An Ethical Care Robot“) in the brochure of the event with regard to the technology of care robots as follows: As with any technology, „its advantages need to be tempered with its possible disadvantages such as fewer employment opportunities and patient isolation“. „Further, given the intimate nature of this technology, it is of paramount importance that it behaves in an ethical manner towards its users. To insure ethical behavior from such technology, we maintain that its actions should be guided by a set of ethical values. As it is unrealistic to expect those with the expertise necessary to develop such technology will be equally competent in its ethical dimensions, we also maintain that this set of values be abstracted from a consensus of ethicists. To this end, we propose a case-supported, principle-based behavior paradigm where behavior of autonomous machines is directed by domain-specific ethical principles abstracted from the judgements of ethicists on simple, agreed upon cases. As ethics entails more than simply not taking improper action but choosing the best action in a given situation, we advocate that every action a care robot takes be determined by such ethical principles. As transparency will be important in such systems, ethical principles and the cases from which they have been derived have the added benefit of serving as support for why a particular action was chosen over another. To show the feasibility of the proposed paradigm, we have developed a principle in the domain of elder care and instantiated it in a SoftBank Robotics NAO robot situated in a simulated eldercare environment.“ Michael Anderson had been invited by Prof. Dr. Oliver Bendel, who is himself a machine ethicist.

Fig.: Michael Anderson in Berlin (Photo: Daimler and Benz Foundation)

Weder Heilsbringer noch Vorboten des Weltuntergangs

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Den Eröffnungsvortrag beim 23. Berliner Kolloquium hielt Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker widmete sich den ethischen und rechtlichen Herausforderungen, die der Einsatz von Pflegerobotern nach sich zieht. Diese liegen mehrheitlich als Prototypen vor. Allmählich kommen auch ernstzunehmende Produkte auf den Markt. Pflegeroboter übernehmen jetzt und künftig ganz unterschiedliche Aufgaben. Eine ethische und rechtliche Einordnung, die nicht im Ungefähren verbleibt, sollte nach Bendel ausgehen von konkreten Prototypen und Produkten, konkreten Aufgaben und Anwendungsgebieten, konkreten Rollen und Berufen und etablierten Begriffen. Beispiele für Prototypen und Produkte, die auf Assistenzfunktionen fokussieren, sind Pepper, Care-O-bot, Robear, Lio und P-Care. Prof. Dr. Oliver Bendel beschrieb sie und kam u.a. zum Schluss, dass sie tendenziell die persönliche Autonomie von Pflegebedürftigen stärken, sofern sie adäquat umgesetzt sind, sowie tendenziell die informationelle Autonomie von Pflegebedürftigen und -kräften gefährden. Nach dem Ethiker sprach der Japanologe Prof. Dr. Florian Coulmas.

Abb.: Der wissenschaftliche Leiter bei seinem Eröffnungsvortrag (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Pflegeroboter und der Deutsche Bundestag

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Prof. Dr. Armin Grunwald, einer der bekanntesten Technikphilosophen Europas, hielt am 22. Mai 2019 beim 23. Berliner Kolloquium – nach Prof. Dr. Oliver Bendel und Prof. Dr. Florian Coulmas – einen Vortrag mit dem Titel „Pflegeroboter und der Deutsche Bundestag: Zur Zukunft technisch assistierter Pflege“. Der technische Fortschritt in der Robotik scheint, so Grunwald, wie gerufen‚ um den viel beschworenen Pflegenotstand zu lindern. So einfach sei es jedoch nicht. „Vielfach ist darauf hingewiesen worden, dass professionelle Pflege – und so auch die damit verbundene Techniknutzung – in kulturelle, institutionelle und soziale Kontexte eingebettet ist, die sich stetig verändern. Politisch-institutionelle, kulturelle und ethische Fragen sind nicht vom Einsatz technischer Innovationen zu trennen, die zur Bewältigung des demografischen Wandels beitragen sollen.“ (Abstract) Auf der Basis einer aktuellen Studie erklärte Prof. Dr. Armin Grunwald, warum sich der Deutsche Bundestag für Pflegerobotik interessiert, wie entsprechende wissenschaftliche Politikberatung erfolgt, welche Herausforderungen in Bezug auf integrative Technikgestaltung entstehen und wie eine Balance zwischen menschlicher und technischer Autonomie zu erreichen ist.

Abb.: Keller (Moderator), Grunwald, Coulmas und Bendel (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Von Kintarō bis Erica

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Der international bekannte Japanologe Prof. Dr. Florian Coulmas hielt am 22. Mai 2019 beim 23. Berliner Kolloquium den ersten Vortrag („Von Kintarō bis Erica“) nach dem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel. Aus dem Ankündigungstext der Broschüre: „Das Wort ‚Roboter‘, mit dem der tschechische Schriftsteller Karel Čapek im Jahr 1920 in seinem Theaterstück R.U.R. (Rossumovi Univerzální Roboti) eine menschenähnliche Kunstfigur benannte und damit wesentlich zu seiner weltweiten Verbreitung beitrug, existiert auch im Japanischen. Bedeutet es dort jedoch dasselbe wie in anderen Sprachen? Diese Frage bietet uns einen Ansatzpunkt, um mögliche kulturelle Unterschiede im Umgang mit Maschinen auszuloten, die insbesondere in den reichsten und höchstentwickelten Ländern in immer mehr Lebensbereiche eindringen bzw. zur Unterstützung menschlicher Tätigkeiten herangezogen werden. Ein Blick in die japanische Technikgeschichte soll zeigen, dass es sich dabei nicht um semantische Spitzfindigkeiten handelt, sondern dass unser Verhältnis zu Dingen und ihrer Bedeutung für die menschliche Existenz kulturhistorische und gesellschaftliche Aspekte birgt. Dieser Vortrag versucht Antworten zu geben, ob sich diese Aspekte auch beim Einsatz mechanischer und elektronischer Hilfsmittel in der Kranken- und Altenpflege bemerkbar machen.“ Mehrere Medien berichteten über das Berliner Kolloquium, beispielsweise Neues Deutschland.

Abb.: Coulmas, Ishiguro und Erica (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Ein Pflegeroboter der neuesten Generation

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Für die Broschüre der Daimler und Benz Stiftung zum 23. Berliner Kolloquium fand ein Shooting statt. Im Mittelpunkt stand ein Pflegeroboter der neuesten Generation, P-Care von F&P Robotics und ZRFN Robotics, der in China in einer Kleinserie vorliegt. Er ist menschen- oder tierähnlich, hat Kopf, Augen und zwei Arme. Er unterstützt Pflegekräfte und -bedürftige mit Handreichungen und sozialen Eigenschaften, kann das Gegenüber anschauen und verfügt über gestische und natürlichsprachliche Fähigkeiten. Mittels Rollen ist eine freie Bewegung im Raum möglich. Lautsprecher, Richtmikrofon und Kameras gehören zur Ausstattung. Mit Hilfe von Gesichtserkennung können Patienten identifiziert werden. P-Care und Lio sind im Grunde umgebaute, erweiterte und mit einer mobilen Plattform versehene Co-Robots. Diese finden sich hauptsächlich in Produktion und Logistik. Sie kooperieren bzw. kollaborieren mit Menschen, wobei sie ihnen ausgesprochen nahekommen und die Tätigkeiten ineinandergreifen können. Es spricht einiges dafür, dass Pflegeroboter in dieser Tradition den Markteintritt schaffen werden.

Abb.: P-Care schließt eine Tür

Eine Sternstunde der Maschinenethik

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Am 22. Mai 2019 fand das 23. Berliner Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung statt. Es widmete sich Pflegerobotern, nicht nur aus den bekannten, sondern auch aus neuartigen Perspektiven. So hatte der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. Oliver Bendel, zwei der bekanntesten Maschinenethiker der Welt eingeladen, Prof. Dr. Michael Anderson und Prof. Dr. Susan L. Anderson. Zusammen mit Vincent Berenz hatten sie einen Nao-Roboter mit einer Reihe von Werten programmiert, die sein Verhalten bestimmen und gleichzeitig einer Person in einer simulierten Einrichtung der Altenpflege helfen. Ein Beitrag dazu erschien vor einiger Zeit in den Proceedings of the IEEE. Zum ersten Mal trugen sie die Ergebnisse aus diesem Projekt vor einem europäischen Publikum vor, und ihre insgesamt einstündige Präsentation mit der anschließenden zwanzigminütigen Diskussion kann als eine Sternstunde der Maschinenethik gelten. Mit dabei waren weitere international bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, etwa der Japanexperte Florian Coulmas. Er ging auf Artefakte aus Japan ein und relativierte die häufig gehörte Behauptung, die Japaner hielten alle Dinge für beseelt. Mehrere Medien berichteten über das Berliner Kolloquium, beispielsweise Neues Deutschland.

Abb.: Die Andersons beim Berliner Kolloquium (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Ein Roboter reicht die Tasse

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„Forscher arbeiten an Maschinen, die Menschen versorgen können“ – so lautet der Titel eines Beitrags von Sina Horsthemke in der Schwäbischen Zeitung vom 26. Mai 2019 (in einer Variante heißt er „Ein Roboter reicht die Tasse“). Es handelt sich um eine verkürzte Version eines Beitrags aus dem Magazin Focus-Gesundheit. Um Pflegeroboter geht es in dem bebilderten Artikel, und zu Wort kommen u.a. Dr.-Ing. Alexander Dietrich (Leiter des „Smile“-Projekts am DLR in Oberpfaffenhofen bei München) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker sowie Wirtschaftsinformatiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Brugg-Windisch). Der Beitrag kann über www.schwaebische.de aufgerufen werden. Das Thema der Pflegeroboter erregt seit wenigen Jahren große Aufmerksamkeit. Am 22. Mai 2019 veranstaltete die Daimler und Benz Stiftung einen Kongress dazu, das Berliner Kolloquium, mit Oliver Bendel als wissenschaftlichem Leiter. Er hatte bereits 2017 den Ladenburger Diskurs wissenschaftlich verantwortet, in Zusammenarbeit mit der gleichen Stiftung.

Abb.: Die Hand von Pepper